out of the box – wie Fotografen*innen sagen. Oder nach meinem empfinden, back to the roots.


Nachdem mann/frau mit prompten abgefahrene Bilder erstellen kann. Ohne Frage, ein wenig beschäftigte ich mich damit und stellte fest, das ist nicht mein Ding. Ich komme von der Dokumentar-, Portrait und Product-Fotografie.
Nach Theatergründung in Berlin nochmals von Null bei Film angefangen. Licht, Kamera und Regie. Gerade bewarb ich meinen neuesten Dokumentarfilm bei 9 Dok-Film-Festivals. Schauen wir mal. Multi-Window und Multi-Exposure.
Davon wollte ich erzählen, erst einmal an alle Begegnungen beim Fotografieren, ihr seid eine Bereicherung und interessante Gespräche egal ob jung oder alt. Ha, mein Alter. Jedenfalls wunderschöne Begegnungen. Sei es die Redakteurin, die Apothekerin oder der Tänzer aus New York. Mist, habe vergessen zu fragen, was seine Freundin macht. Manchmal denke ich einfach nicht an alles.
Endlich fand ich mein Foto-Ding. Nachdem es von Streetfotografen wimmelt und ich immer etwas suchte, wo vor der Haustür liegt. Entstand neben den Baumgeistern. Hä, was, ein anderes Mal versprochen. Oder ich sucht die älteren Beiträge.
Back to roots heißt für mich zurück zu der Fotografie, möglichst wenig Bildebearbeitung. AHHHHH das stimmt ja gar nicht. Ich muss trennen.
Die Multi-Exposure entstehen in der Kamera. Indem ich in der Kamera eine Mehrfachbelichtung mache. Out of the box. Anschließend Kontrast, Aufhellung, Abdunklung digitale Bilder müssen immer etwas geschärft werden. Mehr ist es nicht. Geht auch gar nicht. Es sind ja „nur“ jpgs. Natürlich könnte ich die aufgenommen Foto in einen Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeiten, exakter vielleicht und mit einer höheren Genauigkeit produzieren. Aber ich will ja die Möglichkeiten in der Kamera ausnutzen.
Schon analog mit der guten Canon A1 oder F1 machte ich Doppelbelichtungen. Heutezutage sehe ich sofort das Ergebnis. Immerhin so, dass ich weiß an welchen Regelern ich nachkorrigieren kann.
Natürlich ist immer der gewisse Zufall mit dabei. Sei es, ich bedachte nicht alle Einstellungen, jedenfalls gibt es Überraschungen. Genau dies liebe ich. Diese nachzuvollziehen und dann sie bewusst weiterführen, damit spielen. Das liebe ich.
Mutli-Windows daran arbeite ich stark sie bewusster zu gestalten. Wobei hier sehr viel Zufall dabei ist. Man löst eine Szene mit verschiedenen Perspektiven und vielen Fotos auf. Es gibt also keine zentrale oder 2 Punkt Perspektive.
Der kürzlich verstorbene Maler und Fotograf David Hockney inspirierte mich hiermit herum zu experimentieren. Schon vor einem Jahr. Inzwischen habe ich Feuer gefangen und knie mich richtig rein.
DANKE DANKE an alle meine Begegnungen. Ihr gabt mir Mut, ihr findet diese Bilder toll. Das lässt mich weiter daran arbeiten.
Für mich bedeutet eine Multiperspektive eben nicht, dass man schnell mit den Augen über eine Fotografie huscht. Denkt, kenne ich, auf zum Nächsten. Sondern man stutz, da stimmt was nicht. Oberflächlich gibt es eine Zentralperspektiv und dann stellt man fest, ups, da sind ja mehrrer Perspektiven oder die Größen stimmen nicht über ein.
Ich gestalte die Fotografie so, dass man sofort erkennt sie ist eine Collage und versuche dennoch gewisse Übergänge elegant anzugleichen. Nur indem ich das Foto verkleinere, etwas verdrehe.
Per prompt könnte ich ein Foto hochladen und der KI genau sagen, mach es so ähnlich wie Davie Hockneys „Pearblossom Highway“ und bei seinen vielen anderen Versuchen.
Somit gebe ich dem Zuschauer die Möglichkeit den Raum der Treppe mit den Augen zu durchwandern. Es ist vergleichbar mit dem Hinaufgehen einer Treppe oder im schwäbischen Staffel. Physisch zieht einen die Zentralperspektive nach oben ins Helle oder Dunkle ende der Treppe. Sehe ich genauerhin, so wandere ich über die verschiedenen Einzelfotos und sehe mir deren Perspektive, die Überlappungen genauer an. Ich gehe durch das Bild mit den Augen spazieren. Das ist für unsere Geist. David Hockney fasste es folgerndermassen zusammen. Sinngemäß. Unser Körper verlangt nach der Zentralperspektive und unser Geist nach verschiedenen.
Wie geht es euch, wenn ihr so ein Foto betrachtet? Ärgert ihr euch, dass die Übergänge „unsauber“ sind. Oder sind sie zu wenig als Kollage sichtbar aneinander gereiht?
Schreibt mir eure Meinung per Mail, auf einem Chat. Für mich eine ungeheuer spannende Arbeit. Vor allem mich sehr intensiv mit dem Raum Treppe auseinanderzusetzen. Machts gut, Augen auf, sehen.










